LESETIPP: Pranayama gegen Depression

Pranayama bringt Körper, Geist und Seele in Einklang. (Foto: © Jasmina007/istockphoto)

Atemtechniken, die beim Yoga angewandt werden, könnten Menschen mit Depressionen helfen. Forscher der rennomierten University of Pennsylvania haben dazu eine Studie veröffentlicht.

Weltweit sind über 350 Millionen Menschen verschiedenster Altersgruppen von Depressionen betroffen, in Österreich leiden um die 800.000 Menschen an depressiven Erkrankungen. Allein in den USA werden 41 Millionen Menschen mit Antidepressiva behandelt. Rund die Hälfte davon spricht nicht wie gewünscht auf die Therapie an. Meist wird versucht, dem geringen Wirkungserfolg mit Zusatztherapien entgegenzusteuern. Das geht wiederum nicht selten mit unangenehmen Nebenwirkungen und einer zusätzlichen psychischen Belastung beim Betroffenen einher.

Angesichts der hohen Zahl an Patienten, die nicht hinreichend mit derartigen Präparaten behandelt werden können, scheint die Notwenigkeit von alternativen Heilmethoden evident. Das betont auch Anup Sharma, Forscherin an der Psychiatrischen Fakultät der University of Pennsylvania und Leiterin der aktuellen Studie zur Yoga-Atmung, in ihrem Forschungsbericht im Journal of Clinical Psychiatry.

Im Zuge der Studie wurden 25 Probanden mit Depressionen untersucht, bei denen die Symptome trotz mehrwöchiger medikamentöser Behandlung nicht zurückgingen. Die Testpersonen wurden dabei zufällig der Yoga-Gruppe, die ein achtwöchiges Yogaprogramm absolvieren musste, oder der Kontrollgruppe (kein Yoga) zugewiesen.

Yoga als Antidepressivum

Die Mitglieder der Yoga-Gruppe nahmen in der ersten Woche an insgesamt sechs Yoga-Einheiten teil. Darin wurden die Yoga-Atemtechnik Sudarshan Kriya, verschiedene Übungen und Meditation praktiziert. In den folgenden sieben Wochen nahmen die Probanden wöchentlich an Yoga-Kursen teil und wurden angewiesen die Atemübungen auch zuhause regelmäßig durchzuführen. Anschließend wurden Befragungen zum Befinden der Patienten durchgeführt. Die Kontrollgruppe konnte nach Abschluss der Studie ebenfalls die Yoga-Therapie in Anspruch nehmen.

Die Atmung ist beim Yoga zentral, denn sie verbindet Körper und Geist. Bei Sudarshan Kriya handelt es sich um eine der umfassendsten Atemtechniken, die sich aus der Wissenschaft des Yoga ableiten. Die meditative Atemtechnik nutzt einen bestimmten Atemrhythmus, um Stress abzubauen, Organe und andere Körpersysteme zu unterstützen, Gefühle zu transformieren und den Geist zu beruhigen.

Den ganzen Artikel lesen -> klick

Sudarshan Kriya gegen Depression

Yoga wirkt bei psychischen Störungen

Die Wirksamkeit von körperorientiertem Yoga in der Behandlung psychischer Störungen wurde in zahlreichen Studien untersucht. Rahel Klatte, Simon Pabst, Andreas Beelmann und Jenny Rosendahl haben in einer Arbeit diese Publikationen metaanalytisch zusammengefasst und kamen zu der Schlussfolgerung, dass Yoga einen vielversprechenden Ansatz in der Behandlung psychischer Störungen darstellt.